Darüber, dass sich die Spielbanken in einer schwierigen Situation befinden, bestand durchaus Konsens. Allerdings betonte Spielbankgeschäftsführerin Schock, dass „die Krise nicht allein eine Krise der bayerischen sondern aller deutschen Spielbanken“ sei. Ursachen dafür seien unter anderem das Rauchverbot, der Glückspielstaatsvertrag und in zunehmendem Umfang auch das Glückspiel im Internet. Dazu käme die Konkurrenz mit den Spielhallen, die lediglich dem Gewerberecht unterlägen und daher deutlich weniger Restriktionen hätten als die staatlichen Spielbanken.
Bürgermeister Ruh stellte fest, dass die Spielbank Feuchtwangen eine der beiden bayerischen Spielbanken sei, die schwarze Zahlen schriebe, wodurch sowohl die Gemeinde Feuchtwangen als auch der Freistaat nach wie vor von der Spielbankabgabe profitierten. Für die Kommunen würde der Wegfall der Spielbankabgabe aufgefangen durch die dann anfallende Gewerbesteuer. Einer Privatisierung steht Ruh aber auch deshalb kritisch gegenüber, weil auch private Spielbankbetreiber unter den Voraussetzungen, die jetzt für die staatlichen Spielbanken gelten, die gleichen Probleme hätten. Würde man jedoch die Regeln lockern, um die Banken attraktiv zu machen, könnte man dies ebenso gut für die staatlichen Spielbanken machen und diese so wieder in die Lage versetzen, Gewinne zu erwirtschaften.
In der Spielbank machten sich die Abgeordneten mit den Grundzügen des Roulette-Spiels vor Ort vertraut, während sie das Thema auch mit den Mitarbeitern diskutierten. Auch hier wurde die Meinung vertreten, dass das Hauptproblem die unterschiedliche Behandlung von Spielbanken und Spielhallen sei. So gebe es in Spielhallen weder eine Einlasskontrolle noch eine Altersbeschränkung ab 21 Jahren, wie es in Spielbanken vorgeschrieben sei. Diese Vorgaben, gemeinsam mit der Staatlichkeit der Spielbanken, seien jedoch Garant für die Seriosität und den wichtigen Gedanken des Spielerschutzes.




